Observatory, Sedona, Jerome and Phoenix

Eigentlich hatten wir während der Week of Science die kostenlose Möglichkeit das Observatorium zu besichtigen. Um nicht groß drum herum zu reden, wir haben es verpeilt.
Deshalb mussten wir beide $11 Eintritt zahlen (nur für Studenten so günstig, alle anderen zahlen $12). War aber halb so wild, da es sich wirklich gelohnt hat! Neben einem Vortrag über unsere Galaxie, alle Planeten hierin und Veranschaulichungen zu den Größenvorstellungen, gab es 4 Teleskope. Eines zeigte eine weitere weit entfernte Galaxie, ein weiteres eine Gasansammlung (Nebula), sowie einen vor mehreren tausend Lichtjahren verglühten Stern und den Mond.
Leider waren die großen Teleskope wegen Reinigung und Reparatur geschossen.

Unter dem Aspekt mehr Zeit in Sedona verbringen zu können, beschlossen wir bereits am Montag Mittag loszufahren.
In Sedona angekommen, besorgten wir uns im Touristen-Office zunächst eine Wanderweg-Karte, sowieso eine Empfehlung über den besten Zeltplatz. Anschließend fuhren wir diesen direkt an und stellten fest, dass er ausgebucht war. Die Zeltplatzbetreiber empfohlen uns den Pine Flat Campground. Es gab zwar noch einen weiteren der genauso günstig war und nicht so weit entfernt wie Pine Flat, jedoch hat dieser zur Zeit geschlossen, da es im Mai einen großen Brand gab.
Als wir bei dem weit entferntesten Campingplatz von Sedona Downtown angekommen waren, mussten wir uns zuerst mal mit dem Buchungssystem vertraut machen. Zufällig war gerade ein Pärchen am Einchecken. Ich hörte das es Deutsche waren und fragte kurz nach wie das Einchecken hier funktioniert. Sie erklärten, dass man sich einen Umschlag aus der Box nimmt, die Vorderseite ausfüllt und ihn mit dem entsprechenden Betrag füllt. Dann den perforierten Teil abtrennt, den Umschlag verschließt und in die Box wirft. An jedem Campingplatz ist ein Pfosten an der Einfahrt, welcher eine Halterung für den abgetrennten Teil des Umschlages vorsah.
Wir bedankten uns und suchten einen Platz mit schöner Aussicht. Später allerdings drehte sich der Wind und beglückte uns mit den Düften der nahegelegenen Toilette…
An sich war der Campground echt ganz schön. Alle Plätze waren mit zwei Grills ausgestattet und kosteten auch nur $20/Nacht. Allerdings gab es keine Duschen.
Als wir gerade unser Zelt aufbauten, kam nochmal die Frau vorbei, die uns das Eincheck System erklärte. Wir kamen ins Gespräch und witziger Weise kamen beide aus Dresden. Da fährt man ans Ende der Welt und trifft trotzdem die Ossis aus Dresden… is klar!

Jedenfalls fuhren wir danach nochmals nach Sedona Downtown, welches ungefähr 15 Minuten entfernt war, um noch eine Flasche Wein zu kaufen und irgendwo zu Abend zu essen.

Bei unserer Wahl was es an diesem Abend zu essen gab, half uns wie so oft Yelp weiter. Es gab ein sehr gutes und günstiges mexikanisches Restaurant in 3 Minuten Entfernung.C360_2014-10-06-20-21-57-182
Marie hatte sich für Nachos entschieden. Ich orderte ein Taco mit grilled steak, ein Torta mit Kaktussalat und eine Hauptspeise mit einer Riesenpeperoni gefüllt mit Käse, Reise, Bohnen und nochmal ein paar Tacos. Ich glaube ich hatte noch etwas woran ich mich nicht mehr richtig erinnern kann und auch leider der Kassenzettel konnte nicht mehr Aufschluss geben kann… Es war köstlich, doch am Ende waren wir beide völlig überfressen.
Wieder am Zeltplatz angekommen waren wir dann doch so fertig, dass wir uns direkt ins Zelt legten.

Nach einem ausgiebigem Frühstück, beschlossen wir den Gastgeber zu fragen ob wir eine Nacht wieder stornieren können, da wir gerne nach unserem Hike weiter Richtung Phoenix fahren würden. Ohne große Wiederworte erhielten wir unser Geld zurück, packten unsere Sachen und fuhren weiter.

Da wir Parkplatz-technisch bei dem eigentlich anvisierten Wanderweg „West Fork“ kein Glück hatten, fuhren wir weiter. Immerhin geizt dieses Gebiet nicht gerade mit Wanderwegen…
Unsere zweite Wahl, dessen Name auch schon bei Weitem attraktiver wirkt, fiel auf den Wanderweg „Devil’s Bridge“. Mit meinem Auto kamen wir zwar nicht ganz bis zur eigentlich geplanten Stelle, jedoch fanden wir einen Parkplatz von wo man auch zu dem Pfad kam. Es war zwar ein bisschen weiter, aber dennoch kein Vergleich zu unserer letzten Strecke. :) Auf jeden Fall ist der Weg sehr empfehlenswert und am Ende wird man sogar ein bisschen belohnt! (näheres dazu im Video unten)

Anschließend an unsere kleine Wanderung besichtigten wir die Geisterstadt Jerome. Das 350 Personen starke Dörfchen wurde im 20. Jahrhundert durch Kupfer-, Silber- und Gold-Grabungen bekannt. Jerome boomte als im ersten Weltkrieg die Kupferpreise nach oben schossen. Durch den Börsencrash von 1929 fielen sie allerdings genauso schnell wieder. Sprengungen (wahrscheinlich in den Mienen) verursachten einen sehr instabilen Boden, weshalb die Häuser nach und nach bergab rutschten und Jerome somit langsam zur Geisterstadt wurde.
Künstler und Kunsthandwerker brachten neues Leben in die Stadt, indem sie mit ihren Galerien und Läden Besucher anzogen. Leider schließen die Galerien und Läden schon um sechs Uhr, weshalb wir nicht mehr in den Genuss kamen eine Galerie zu besuchen.

Für diese Nacht bot uns die Dead Horse Ranch eine Unterkunft und hatte für $15 die Nacht/Campsite sogar eine Dusche inklusive! Im Kerzen- und Vollmondschein und mit einer Flasche Wein ließen wir den Tag ausklingen. In dieser Nacht wurde ich ca. 15 Mal von 4 verschiedenen Mücken, auf meinem ganzen Körper verteilt, gestochen. Marie hatte keinen einzigen Stich. Naja, sie mussten alle dran glauben – selber schuld!

Nachdem wir ein fürstliches Frühstück in Form von Müsli mit Trauben zu uns genommen hatten und ein vorzügliches Erfrischungsbad genossen, setzten wir unsere Reise nach Phoenix fort.

Bereits um 11 Uhr waren wir am Botanischen Garten. Das Wetter ließ uns ein wenig zweifeln ob wir wirklich den Eintritt zahlen sollten. Eigentlich war laut Wetterbericht nämlich regen gemeldet. Da es aber immer noch trocken war, beschlossen wir trotzdem rein zu gehen. Der Eintritt für Studenten waren $12 (anders als beim Observatory zahlen Nicht-Studenten allerdings $7.50 mehr).
Ich habe überall ausschließlich von sehr guten Bewertungen über diesen Botanischen Garten gelesen und kann bestätigen, dass die Leute nicht lügen! Der Aufbau des Gartens setzt sich aus einem Haupt-Rundweg, welcher vier weitere abzweigende Rundwege hat, zusammen.

Wir waren keine 5 Minuten unterwegs, als eine Mitarbeiterin zu uns kam und Marie mitteilte, dass sie die Blumen nicht anfassen soll! Sie erzählte kurz etwas über die Blume daneben und dass sie manchmal nach totem Tier riechen würde. Die arme Frau erlitt fast einen Herzinfarkt als Marie daraufhin in das Beet trat um an der Blume riechen zu können. Nach ihrem kurzen Aufschrei meinte sie mit leichtem Grinsen, Marie mache alles falsch was man falsch machen kann. Es fiel mir nicht sehr einfach nicht in schallendes Gelächter auszubrechen!

Leider fing es nach weiteren 10 Minuten schon an zu regnen, sodass wir beschlossen zu gehen und die Zeit irgendwo drinnen zu überbrücken. Unsere Lösung bestand aus mehr essen und einem Wellness-Spa, in Scottsdale einem Stadtteil von Phoenix. Für $30 erwarben wir ein Tagesticket für Sauna, Dampfbad, Pool, Whirlpool, Getränken und Snacks. Es war ein toller Tag! =)
Gegen 6 Uhr waren wir als Neugeborene zurück im Botanischen Garten und der Regen hatte auch aufgehört. Und um ehrlich zu sein ist der Garten im Dunklen noch viel schöner als im Hellen! Die ganzen angeleuchteten Kakteen und Bäume sorgen für eine besondere Atmosphäre! In den zwei Stunden bevor der Garten schloss konnten wir fast alles anschauen. Leider nicht mehr alles weil manche Bereiche bereits gesperrt waren. Grund zurück zu kommen! 😉

Hier noch ein kleines Video:

(Sollte die Qualität schlecht sein, kann man im Video rechts unten mit dem Zahnrad die Qualität höher stellen. Beste Auflösung: 1080p [HD])

Und natürlich die Bilder: